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Aus dem Stadtarchiv - Serie für Historisches und mehr

95 Jahre Stadt

Mit Wirkung zum 1. April 1922 wurden dem ehemals größten preußischen Dorf die Stadtrechte durch Erlass der Regierungskommission der Saargegend am 23. Februar 1921 zugebilligt.

Unter Ausgliederung der amtsangehörigen Gemeinden Spiesen und Elversberg und der Eingemeindung von Kohlhof, Niederneunkirchen und Wellesweiler wurde Neunkirchen der Rang einer Stadtgemeinde verliehen.

Erste Versuche Neunkirchens den rechtlichen Status einer Landgemeinde abzulegen und Stadt zu werden, stammen aus dem Jahr 1876, nachdem eine Bürgerversammlung dem Gemeinderat eine Eingabe vorlegte, sich für die Stadtordnung stark zu machen. Das Ansinnen scheiterte jedoch u.a. am Widerstand des Industriellen Karl Ferdinand Stumm sowie einer vorgesehenen Abtrennung der Grube Heinitz.

Erst 1904 kam die Diskussion erneut auf, als der Verkehrsverein Neunkirchen die Stadtfrage thematisierte. Der Vorstoß verlief erneut im Sande. Ausgedehnte Bestrebungen wurden abermals 1910 aufgenommen und 1912 abgelehnt. Der Weltkrieg verhinderte weitere Vorstöße.

Eine neue Situation bot sich, als Neunkirchen 1920 dem unter Völkerbundmandat stehenden Saargebiet angehörte. Ende Juli, Anfang August 1920 fasste der Gemeinderat Beschlüsse, schnell an die Regierungskommission mit dem Ansinnen zur Stadtwerdung heranzutreten. Innerhalb der Gemeindevertretung bestand ein fast einhelliger, überparteilicher Konsens.

Auch das Gespenst von der Abtrennung von Heinitz konnte bei den Verhandlungen mit der Regierungskommission definitiv gebannt werden. Nachdem den vorgesehenen Gemeinden Zusagen gemacht worden waren, wurde am 18. Dezember 1921 mit Niederneunkirchen, Wellesweiler und Kohlhof ein Eingemeindungsvertrag geschlossen.

Auf einer außerordentlichen Sitzung der vereinigten Gemeinderäte des Bürgermeistereibezirks Neunkirchen in der Aula des Realgymnasiums gab der Präsident der Regierungskommission, Victor Rault, am 23. Dezember 1921 die Vereinigung der Einzelgemeinden zur Gemeinde Neunkirchen und die Verleihung der Städteordnung bekannt. Die Bestimmungen sollten zum 1. April 1922 in Kraft treten.

Nach fast 50 Jahren Kampf um die Stadtwerdung war man am Ziel angekommen.


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