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Kultur, Stadt, Wagnis

Interview mit OB Jürgen Fried zu „SaarART 11“

SaarART 11 im KULT. Kulturzentrum | Foto: Hiegel

Die 11. Saarländische Landeskunstausstellung, dier „Saar-ART 11“ findet auch in den neuen Räumen der Städtischen Galerie im KULT. Kulturzentrum Neunkirchen statt. Dies war Anlass, sich mit Oberbürgermeister Jürgen Fried über die Bedeutung von Kultur und Kunst für die Stadtentwicklung zu unterhalten.

Herr Fried, die kulturelle Entwicklung unserer Stadt hat für Sie eine große Bedeutung. Kultur, Kunst und Stadtentwicklung: wie passt das eigentlich zusammen?

Fried: Das geht gut zusammen! Insofern passt die SaarART auch ausgezeichnet nach Neunkirchen. Der Grund: Da unser Strukturwandel noch lange nicht abgeschlossen ist haben wir uns entschieden, auch durch den Ausbau der Kultur die positive Entwicklung Neunkirchens voranzubringen.

Neben den erfolgreichen sichtbaren Entwicklungen für Neunkirchen, gerade in der Innenstadt (Hotel, ASW, Bliesterrassen), stehen Sie aber auch ganz persönlich für diese Kulturentwicklung ein.


Fried: „Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel“ Dieses Postulat stammt von Karl Ernst Osthaus und ist inzwischen Vielen ein Begriff. Es basiert auf der Überzeugung, dass Kultur und Kunst einen entscheidenden Anteil an einer menschenwürdigen Gestaltung unserer Gesellschaft haben können und sollen.

Diese Sichtweise teile ich aus tiefer Überzeugung. Insoweit stellt die kulturelle Entwicklung unserer Stadt auch einen wichtigen Bestandteil für den erfolgreichen doppelten Strukturwandel dar, also den wirtschaftlich-sozialen und den demografischen Wandel.

Inwiefern ist dies konkret für die SaarART von Bedeutung?

Fried: Nun, erstmals können wir die SaarART in einem völlig neuen Rahmen präsentieren. Dieses neue Kulturzentrum in alten Mauern symbolisiert einen wichtigen Schritt für diesen Wandel durch Kultur. Denn: Kultur in Neunkirchen hat eine imagebildende Funktion nach Außen. Kultur sollte aber auch für die eigenen Bürger nach innen strahlen, vor allem durch die Breitenkultur der kulturtreibenden Vereine, durch VHS und Bibliothek. Dass wir dies gekonnt umsetzen zeigt der Erfolg unserer Gebläsehalle, die sich als ein kultureller Anker etabliert hat. Mit dem „KULT“ ist es uns gelungen, einen weiteren Anker zu etablieren. Diesen kulturellen Anker zu schaffen - gerade in Zeiten knapper Kassen - ist sicher ein Wagnis. Aber: Kunst und Kultur haben immer auch etwas mit Wagnis zu tun.

Ist das so?

Fried: Aber mit Sicherheit. Kulturelle Entwicklung sollte immer mehr sein als reine sachliche Kulturverwaltung. Klar, dies beinhaltet immer auch eine Gefahr des Scheiterns. Aber es braucht ab und an dieses Wagnis als Momentum für Kunst und Kultur und damit auch als Momentum für die Entwicklung unserer Stadt. Ich hoffe, dass viele der kulturell Verantwortlichen dieses Momentum perspektivisch mittragen.

Herr Fried, vielen Dank für das Gespräch.


Weitere Infos zur Ausstellung unter www.saarart11.de


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