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Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Gäste.

Vitale Innenstädte: Die Kunden entscheiden mit
 
Der Onlinehandel führt langfristig zur Verwaisung der Innenstädte. Gerade der stationäre Einzelhandel, Dienstleistungsunternehmen und andere lokale Unternehmen prägen jedoch das vitale Stadtleben. Durch die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen, die Bereitstellung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, häufig auch durch finanzielles und ehrenamtliches Engagement leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität in unseren Städten.

Daher wollen wir die Stärken des Vor Ort-Handels stärken. Beispielsweise, indem wir die Innenstadt attraktiv gestalten wie an den Bliesterrassen oder dem neuen Stummplatz. Wir sorgen für ein gutes, preiswertes Parkangebot und machen uns stark für Sicherheit und Sauberkeit.

Parallel dazu arbeiten wir durch ein aktives und reges Stadtmarketing/Citymanagement gemeinsam mit dem ansässigen Einzelhandel an verschiedenen Aktionen und Events, die den Menschen wieder mehr Lust auf Stadt machen. Aktionen wie „HEIMAT SHOPPEN“ (IHK) oder „Gudd Inkaaf“ (Wochenspiegel) unterstützen wir gerne. Wir als Kreisstadt Neunkirchen möchten dem Handel ein Gesicht geben, damit die Innenstädte nicht verwaisen.

Der Online-Handel mit einem unendlichen Angebot, Preis-Dumping sowie schneller Lieferung bis an die Haustür ist im Aufwärtstrend. Bestellungen sind bequem - langfristig gesehen zahlen die Kunden dafür aber einen hohen Preis. Denn im Netz werden kleinere Anbieter von den großen Monopolisten schlicht „weggebissen“, so dass wenige große Onlinehändler übrigbleiben, die dann die Preise diktieren und das Angebot steuern. Mehr als 50 Milliarden Euro werden derzeit bereits im Onlinehandel umgesetzt. Der Käufer und sein Kaufverhalten werden transparent, der Web-Handel kann ungesteuert und unkontrolliert agieren, wohingegen die Händler vor Ort strengen Restriktionen unterworfen sind.

Problematisch ist auch die Paketflut, die nicht nur eine riesige Menge an Verpackungsmüll, sondern auch viel Lieferverkehr und schlechteste Arbeitsbedingungen mit sich bringt. Für die Händler vor Ort ist auch die sogenannte „Beratungspiraterie“ ein Problem: Kunden lassen sich im Laden vom Fachpersonal beraten, bestellen die Ware dann aber online.
 
Jeder Verbraucher sollte selbst kritisch hinterfragen, was der Internethandel für die Entwicklung einer lebendigen Innenstadt bedeutet. Der gut geführte Handel, der dem Kunden emotionalen Mehrwert in so vielerlei Hinsicht bietet, ist durch keinen Rechner dieser Welt zu ersetzen.
 
Ihr
Jürgen Fried
Oberbürgermeister der Kreisstadt Neunkirchen


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OB Jürgen Fried | Foto: Alex Wolfanger