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Bürgerinformation in Heinitz

RAG Montan Immobilien informiert über aktuellen Sanierungsstand

Foto: Kreisstadt Neunkirchen/Alavanda

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der RAG Montan Immobilien nach Heinitz. Auf der ehemaligen Baustellenzufahrt in der Friedrichsthaler Straße informierte das Unternehmen über den aktuellen Stand der Sanierung der Fläche des ehemaligen Absinkweihers und der Bergehalde Geisheck.

„Wir freuen uns sehr, dass wir zu dieser Informationsveranstaltung einladen konnten. Im letzten Jahr war dies aus bekannten Gründen leider nicht möglich“, begrüßte Rudolf Krumm, Prokurist der RAG Montan Immobilien, die anwesenden Gäste. Neben den Anwohnern waren auch Vertreter der Stadt Neunkirchen, allen voran deren Oberbürgermeister Jörg Aumann der Einladung gefolgt. Die Veranstaltung fand nach der aktuellen Corona-Verordnung statt. Alle Interessierten mussten sich im Vorfeld anmelden und eine Teilnahme war nur für geimpfte, genesene und getestete Personen erlaubt.  

„Ich freue mich sehr, dass sich die RAG Montan Immobilien an die Vereinbarung hält und Stadt und Anwohner in regelmäßigen Abständen über die Fortschritte der Arbeiten informiert“, erklärte Aumann.

„Die Arbeiten in den Sanierungszonen 1,2 und 3 verlaufen planmäßig“, erläuterte Stefan von dem Broch den Gästen. „Wir haben bisher eine Fläche von insgesamt 14 Hektar abgedichtet und 150.000 Kubikmeter Böden eingebaut. Im Bereich der Friedrichsthaler Straße wurde die gesamte Fläche mit Haldenmaterial abgedeckt. Im September werden wir hier mit der Anspritzbegrünung beginnen“, so von dem Broch. Bereits im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen die Öffentlichkeit darüber informieren, dass die zuständigen Behörden eine Planungsänderung genehmigt hatten.
Ursprünglich war geplant, dass die gesamte Sanierungsfläche eine Deckschicht aus Bergematerial bekommt und die Fläche aus naturschutzrechtlichen Gründen karg und grau bleibt. „Während unserer Tätigkeit haben wir allerdings mehr kontaminiertes Material gefunden als gedacht. Aus diesem Grund ergaben sich in Teilbereichen längere Böschungen“, so von dem Broch. „Bei Böschungsverhältnissen von 1:3 (ein Meter Höhe und 3 Meter Tiefe) ist wiederum eine Anspritzbegrünung als Vorbeugung vor Erosionsschäden absolut notwendig. Da die Anspritzbegrünung nur auf den steileren Flanken aufgebracht wird, nicht aber auf der gesamten Fläche war auch die LIK.Nord mit dem Vorgehen einverstanden.“ Die Behörden haben hier die Belange des Naturschutzes mit den Belangen des Unternehmens, was den frühzeitigen Erosionsschutz angeht, gegeneinander abgewogen und einen guten Kompromiss gefunden. Damit konnte auch dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach etwas mehr Grün Rechnung getragen werden.

Allerdings musste von dem Broch den Anwesenden auch eine nicht so schöne Nachricht überbringen. Das Unternehmen sei gehemmt in der Fertigstellung der übrigen Sanierungsflächen. Es fehle an ausreichend Bergematerial. Geplant war, dass Bergematerial, das bei der Sanierung der Halde Lydia in Quierschied abgetragen werden muss, nach Heinitz verbracht und eingebaut werden soll. Allerdings kann mit der Sanierung der Halde Lydia derzeit nicht begonnen werden. „Für uns heißt das Warten. Wir können das nicht beeinflussen.“ Man werde aber mit den eigentlichen Sanierungsmaßnahmen in Heinitz fortfahren. Nur die abschließende Deckschicht könne nicht planmäßig aufgetragen werden. Somit werde man die vorgesehene Sanierungszeit nicht einhalten können.

Die Sanierungsfläche Heinitz stellt eine große Herausforderung dar. Denn sie liegt innerhalb des europaweit geschützten Natura 2000-Gebietes und Landschaftsschutzgebietes „Nordwestlich Heinitz. Hier findet sich ein Lebensraum für deine einzigartige Fauna, insbesondere im Bereich der Avifauna, der Libellenfauna und der Gruppe der Reptilien und Amphibien. Deshalb gelten für den Sanierungsablauf auch strenge naturschutzrechtliche Vorgaben. Die Deckschicht aus Bergematerial ist Voraussetzung, dass die Fläche nach Beendigung der Bergaufsicht Bestandteil des Landschaftslabors „Bergbaufolgelandschaft“ der LIK.Nord (Naturschutzgroßprojekt der Industriekultur Nord) wird. Denn gerade die kargen, grauen Böden stellen einen idealen Lebensraum für gefährdete Arten dar.  

Anspritzbegrünung:
Anspritzbegrünung, auch Nassansaat genannt, ist ein ingenieurbiologisches Verfahren zur schnelleren Begrünung von Flächen. Hierbei wird Saatgut und organischer Kleber mit Wasser (Trägersubstanz) vermischt und direkt auf dem Bergematerial aufgetragen – ohne Beigabe von Bodenmassen.

Kategorie: Bauen + Wohnen

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